Studierende aktivieren - Ein Kann, kein Muss, aber verdammt clever!

Lunch & Learn 2019 bot Lehrenden Anregungen, wie sie Studierende aktiver in die Lehre einbeziehen können

Wie kann man junge Menschen in Hörsälen und Seminarräumen zum aktiven Lernen anregen? Am 21. Mai 2019 ging das Event Lunch & Learn in die zweite Runde. Im Foyer des Nieper-Baus der HTWK Leipzig versammelten sich Lehrende der HTWK und anderer Institutionen mit dem Ziel, Antworten auf diese Frage zu finden und auszutauschen.

Vielfältige Methoden zur Aktivierung

Ein praktisches Beispiel: „Peer Instruction und Peer Assessment mit (Web-) Clickern“. Diese Clicker, die im Grunde aussehen wie kleine Fernbedienungen oder Taschenrechner, bringen einen großen Vorteil mit sich: Sie lassen die Studierenden aktiv werden und helfen dabei, Bewertungs- und Beurteilungskompetenz zu schaffen, beispielsweise beim Vergleich und der Bewertung von gestalterischen Entwürfen anderer Studenten in der Gruppe. So können klassische Umfrage-Zettel und Stifte abgelöst und Daten direkt digitalisiert ausgewertet werden. „Es sollte nicht zu anspruchsvoll sein, aber auch nicht zu einfach“, meint André Göhlich, der in den Lehrbereichen Kommunikationsdesign und Elektronisches Publizieren an der HTWK tätig ist. Professor Ulrich Nikolaus erklärte den didaktischen Einsatz der Clicker.

Mit dem Thema Hochschuldidaktik bestritten Katharina Roeber von Studifit und Franziska Amlung von Lit+ einen Stand, an dem man ganz praktisch an Problemlösungen, wie dem simplen Öffnen einer Holzkiste arbeiten konnte – kreative Lösungen bevorzugt.

Ein paar Meter weiter gab es Infos zum „Gemeinsam Problemlösen lernen” bei Professor Karsten Weicker, Studiendekan Informatik. Hier bekam man nicht nur eine direkte Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man die klassischen kooperativen Lerngruppen fördert, sondern auch einen interessanten Aspekt zum „Two-Stage-Exam“. Diese Methode bringt in Kombination mit dem ersten Konzept erstaunliche Ergebnisse und ein punktgenau abrufbares Problemlösepotential hervor. Zusammen mit Professor Weicker unterstützt Informatik-Student Karl-Augustin Jahnel das Projekt, welcher zu diesem Vorgehen meinte, dass man auch die studentische Sicht den Lehrenden näher bringen müsse.

An der nächsten Station erklärten Katja Hornoff und Claudia Staudte vom E-Learning-Team, wie automatisch auswertbare Online-Übungen dazu beitragen können, Studierende zu motivieren und ihre Wissenslücken selbst zu diagnostizieren. OPAL stellt Fragetypen wie Antwort-Wahl-Verfahren, Berechnungsaufgaben oder Freitext- oder Uploadfragen bereit. Das E-Learning-Team bietet Lehrenden aus allen Bereichen die Möglichkeit Studierende über eine Testsuite zu aktivieren.

Gelungene Kombination

Noch bevor das Gebäude sich füllte, hatten alle helfenden Hände beim Aufbau zu tun. Die Stände wurden vorbereitet, die Tische aufgebaut, die Suppen geliefert und Essen und Getränke hergerichtet. Ab 12:30 Uhr betraten dann die Gäste das Foyer. Erst vereinzelt, dann in Gruppen tummelten sich über die Mittagspause verteilt etwa 50 Interessierte an den Ständen und am Buffet. Dabei fanden sich Lehrende aller Altersklassen und Fachrichtungen zusammen.

„Eine gelungene Kombination aus Essen und Informationen“, heißt es auf einem Feedback-Bogen. Professorenschaft, Tutoren, Seminarleitungen oder vereinzelt Interessierte aus der Studierendenschaft unterhielten sich gleichermaßen über die vielen unterschiedlichen Methoden, die dazu beitragen sollen, Studierende zu aktivieren.

Großes Interesse bei den Besuchern

Gegen 13:45 Uhr neigte sich die Veranstaltung in der Mittagspause dem Ende zu und Professoren, Dozierende, Dekane und andere Lehrende verließen die Eingangshalle des Nieper-Baus mit vollen Mägen und Köpfen. Der Umfrage nach war das Lunch & Learn für alle Befragten von großem Interesse und zu 81,25% „informativ“ und „sehr informativ“.

Professor Alexander Grossmann fasst das Lunch & Learn 2019 folgendermaßen zusammen: „Spannend, zwanglos, unterhaltend und nützlich für einen 1-zu-1-Austausch zwischen den Fakultäten“.

Text: Sharon Geißler, Robert Wolfsteller

Das war die Einladung zu Lunch & Learn - Studierende aktivieren

Infos zur Aktivierung - wozu sie dient und wie sie gelingt - und Suppen-Snacks für alle Lehrenden an der HTWK, Nieper-Bau, 21. Mai 2019

In 60 Minuten erfahren, wie man Studierende zum Lernen aktiviert – in der Lehrveranstaltung, davor oder danach? Auf einen Blick sehen, was aufwändig und was einfach umzusetzen ist? Dazu sind Sie als Lehrende an der HTWK am 21. Mai ins Foyer des Nieper-Baus eingeladen. Beim „Lunch & Learn“ ab 12.30 Uhr gibt es Informationsstände zum Erkunden und Ausprobieren. Am Buffet mit Chili con Carne und weiteren Suppen-Snacks können Sie Kontakte knüpfen – über die Grenzen des eigenen Studiengangs hinaus.

Darum geht es: Wie kann man Umfragen und Quizzes umsetzen? Klicker oder Karten? Wie bringe ich Kleingruppen zum gemeinsamen Lernerfolg? Die Stände bieten Hilfe zur Selbsthilfe - ein Markt der Möglichkeiten für Lehrende an der HTWK Leipzig:

  • 4 Stände, 10 Menschen,
  • 1 Mitmach-Stand
  • 4 Checklisten mit Tipps zur Aktivierung
  • Suppen-Snacks & gute Gespräche.

An den Ständen geht es um

  1. Aktivieren von Studierenden
  2. Best-Practice-Stand
  3. Lernziel: Problemlösen durch Kommunikation und Kooperation
  4. Online-Übungen: Motiviert in der Selbstlernphase
  5. Peer instruction & peer assessment: Klicker oder Karten

Hintergrund: Beim Format „Lunch & Learn“ kann man beim Snack ins Gespräch über die Hochschullehre kommen – mit den Kollegen an den Marktständen, mit weiteren Gästen – und sich schnell einen Überblick über ein Thema verschaffen. Mit dabei: Die AG Innovative Lehr- und Lernmedien der Fakultät Informatik und Medien, weitere Kolleginnen und Kollegen, Studifit, Lit+ sowie das E-Learning-Team der HTWK. Eingeladen sind alle, die Tipps zum Aktivieren kennenlernen oder eigene Tipps weitergeben wollen.

21. Mai, 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr
Foyer im Nieper-Bau