Projekte und Veranstaltungen schaffen Räume für Verständigung und Austausch
Die HTWK Leipzig beteiligt sich am landesweiten Themenjahr „Tacheles“. Die Hochschule gestaltet gemeinsam mit anderen Leipziger Institutionen das Programm mit und öffnet Räume für Verständigung und Austausch.
„Die HTWK Leipzig ist ein Ort der Vielfalt und des respektvollen Miteinanders. Mit unserer Teilnahme am landesweiten Themenjahr ‚Tacheles‘ möchten wir die fast 800-jährige jüdische Kulturgeschichte Leipzigs als lebendigen Teil unserer Stadtidentität würdigen. Für uns bedeutet das Motto ‚Jüdisch – Sächsisch – Mentshlich‘ vor allem eines: Den Dialog zu fördern und Menschen einzuladen, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Als HTWK Leipzig stehen wir für eine Kultur des Hinsehens und des Zuhörens. Uns geht es um einen sachlichen und wertschätzenden Diskurs, der keinen Platz für Diskriminierung lässt. Gemeinsam wollen wir zeigen, dass ein friedliches Zusammenleben dort gelingt, wo wir einander mit Akzeptanz und Offenheit begegnen“, betont HTWK-Rektor Prof. Dr.-Ing. Jean-Alexander Müller.
Veranstaltungen und Projekte der HTWK Leipzig zum Themenjahr
- 4. März - 8. April: Ausstellung in der Hochschulbibliothek: „Uns eint die Liebe zum Buch. Jüdische Verleger in Leipzig 1815-1938“
- 9. Mai 14-16 Uhr Science Mashup „Werte, Glauben, Religion“: Symposium (Vorträge und Podiumsdiskussion) im Rahmen der Langen Nacht der Computerspiele (Li 318)
- laufend: Projekt, App und Publikation „Jüdisches Leben in Leipzig 1933“ – Kooperation der HTWK Leipzig u. a. mit dem Kultur- und Begegnungszentrum »Ariowitsch-Haus« e.V.
- Seit 2023: Projekt „Neuer Israelitischer Friedhof“ – Forscher der HTWK Leipzig vermessen die jüdische Ruhestätte mittels Bodenradar und entwickeln Pläne zur Neugestaltung
(Wird laufend aktualisiert.)
Hintergrund
100 Jahre nach Gründung des ersten sächsischen Landesverbandes der jüdischen Gemeinden begeht der Freistaat Sachsen 2026 ein landesweites „Jahr der jüdischen Kultur“.
Unter dem Titel „Tacheles“ und dem Motto „Jüdisch – Sächsisch – Mentshlich“ werden mit Projekten, Veranstaltungen und Ausstellungen die reichhaltige jüdische Geschichte und Kultur sowie das jüdische Leben in Sachsen, deren Beitrag zu Vergangenheit und Gegenwart des Landes, aber auch deren Verluste sichtbar und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Ziel des Themenjahres ist es, jüdisches Leben, jüdische Kultur und Geschichte als selbstverständlichen Teil der sächsischen Gesellschaft und Kulturlandschaft sowie der Lokal- und Regionalgeschichte zu sehen und zu verstehen. (Quelle: tacheles.de)
Tacheles bedeutet so viel wie: jemandem ganz offen und freimütig seine Meinung äußern. Das Wort geht auf das westjiddische Wort „takhles“ zurück und bedeutet so viel wie „Ziel, Zweck“.
Leipzig kann auf eine fast 800-jährige jüdische Kulturgeschichte zurückblicken, die im Vergleich zu anderen Städten einzigartig ist: Die zentrale Lage Leipzigs und die Attraktivität der Messe sorgten dafür, dass bereits im 13. Jahrhundert jüdische Händler aus ganz Europa nach Leipzig kamen. Die Stadt beheimatet heute nach Berlin mit etwa 1.100 Mitgliedern die größte jüdische Gemeinde Ostdeutschlands. Ein enges und lebendiges Netzwerk zwischen der Jüdischen Gemeinde, der Stadt Leipzig, Institutionen und zivilgesellschaftlichen Initiativen widmet sich in unterschiedlichen Facetten und Projekten jüdischem Leben in Leipzig. (Quelle: Stadt Leipzig)
Das zentrale Projektteam des Themenjahres ist am Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (smac) im früheren Schocken-Kaufhaus angesiedelt, einem zentralen Ort jüdisch-sächsischer Geschichte.
Das Themenjahr wird vom Freistaat Sachsen unter Federführung des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWKT) getragen.
Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen begleitet das Themenjahr mit dem Förderprogramm „Jüdisches Leben in Kunst und Kultur“ und unterstützt Kunst- und Kulturprojekte, die jüdisches Leben in Sachsen im Jahr 2026 öffentlich sichtbar und erlebbar machen.
