Bibliothekar und HTWK-Alumnus Christian Schmidt gestaltet deutsch-kanadisches Symposium
Die Rückkehr an einen früheren Arbeitsplatz ist oft mehr als nur ein Termin im Kalender. Für den ehemaligen Bibliotheksmitarbeiter Christian Schmidt bedeutet sie die Begegnung mit den eigenen beruflichen Wurzeln – und die Gelegenheit, Erfahrungen weiterzugeben, die er in den vergangenen Jahren auf internationaler Ebene gesammelt hat.
Nach mehreren Jahren im Ausland kehrt der Bibliothekar und HTWK-Alumnus für eine Veranstaltung an seine frühere Wirkungsstätte zurück. Gemeinsam mit Professor Gerhard Hacker organisierte er das deutsch-kanadische Mini-Symposium „Openness und internationale Kollaboration: Chancen für eine selbstbestimmte Bewahrung von Kulturerbe“.
Am 15. Juni 2026 geben die Akteure einer deutsch-kanadischen Bibliothekskooperation Einblicke in ihre Werkstatt der digitalen Erhaltung von Kulturerbe. Es wird beleuchtet, wie offene Infrastrukturen und internationale Kooperationen dazu beitragen können, kulturelles Erbe nachhaltig und selbstbestimmt zu bewahren. Im Mittelpunkt steht die Rolle von Bibliotheken, Archiven und anderen Gedächtnisinstitutionen bei der Gestaltung offener und partizipativer Zugänge zum Kulturerbe.
Christian Schmidt ist seit dem Wintersemester 24/25 als externer Dozent im Studiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft tätig und lehrt online das Pflichtmodul „Digitalisierung und Langzeitarchivierung“ im Masterstudiengang. Zudem ist er in der Kula: Library Futures Academy engagiert. Dieses bibliotheksbasierte Forschungsinstitut wurde 2025 als eigenständige Abteilung der Universitätsbibliothek in Victoria gegründet.
Nachdem Christian Schmidt 2021 aus familiären Gründen nach British Columbia in Kanada gezogen war, fand er in der Universitätsbibliothek Victoria eine Wirkungsstätte, die inhaltlich zu dem passte, was ihn beruflich beschäftigt: Open Science und Wissenschaftskommunikation. 2025 nahm er an der neu gegründeten Kula Academy eine neue Herausforderung an, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Nach ersten institutionellen Kontakten in die deutschsprachige Bibliotheksgemeinschaft ist er seit April 2026 Koordinator für die strategische Ausrichtung. Er betreut unter anderem das Kula-Fellow-Programm, pflegt Kooperationen mit lokalen, regionalen und internationalen Partnerinstitutionen und entwickelt Formate für Wissenstransfer.
„Das Thema Openness im Sinne der Open-Science-Bewegung überspannt Grenzen und Kontinente“, fasst Christian Schmidt seine Erfahrungen zusammen. „Schwerpunkte mögen anders gelagert sein, manche Teilthemen sind weniger relevant, aber im Grunde ist es auch in Kanada ein hochaktuelles Thema für wissenschaftliche Bibliotheken.“
So schließt sich durch das Symposium ein Kreis: „Dass sich mein bibliothekarisches Profil in Richtung Open Science entwickeln konnte, hat seinen Anfang während meiner Zeit an der HTWK-Bibliothek genommen, weil ich hier das erste Mal mit Open-Access- und Open-Science-Themen betraut wurde“, erinnert sich Christian Schmidt.
Zudem ist der Faden zu den ehemaligen HTWK-Bibliothekskolleginnen nie ganz abgerissen; zu vielen bestand über die Jahre hinweg loser Kontakt.
Mit dem Aufenthalt von Christian Schmidt an der HTWK verbindet sich nicht nur die Erinnerung, sondern vor allem die Chance, von einem Experten zu lernen, der nationale Grenzen überschritten und internationale Erfahrungen gesammelt hat. Sein Werdegang steht exemplarisch für den Austausch von Wissen, Perspektiven und Ideen in einer global vernetzten Fachwelt.
