Gautschakt 2026: Abkühlung mit Tradition
Verfolgungsjagden, nasse junge Menschen, ein geheimnisvoller Trank: Das traditionelle “Gautschen” ist an der HTWK ein lebendiger Brauch. Auch 2026 sind im Rahmen des Hochschulsommerfestes am 24. Juni um 15 Uhr alle willkommen, die bei dem feierlichen Akt dabei sein wollen. Der Eintritt ist frei.
Der Gautschakt symbolisiert seit dem Mittelalter den Abschluss der Lehre im Buchdruck und heutzutage in den Medienberufen. Alljährlich werden Lehrlinge, Kornuten genannt, im Rahmen dieser Tradition durch das Eintauchen in ein Gautschfass von ihren Unreinheiten befreit — so auch an der HTWK.
Typografie zum Anfassen
Um die Kenntnisse zu erwerben, die für die Zulassung zum Gautschen notwendig sind, bietet die HTWK ein Bleisatzpraktikum an. Dabei lernt eine studentische Gruppe, wie man die Bleilettern handhabt, und erfahren so den Ursprung der Typografie, denn, so Professor Reiche: „Begreifen ist Verstehen". Wer hier mit Winkelhaken am Setzkasten eine Visitenkarte setzt und druckt, darf sich Kornut nennen und gegautscht werden.
Aufnahmeritual nach altem Brauch
Nach altehrwürdigem Brauch spricht der Gautschmeister die Kornuten per Handschlag frei. Daraufhin werden sie von den Packern gepackt und in das Gautschfass versenkt, um die äußeren Unreinheiten des Kornutendaseins abzuwaschen. Anschließend folgt die innere Reinigung durch einen Trank geheimer Zusammensetzung. Manch einer versucht den Packern zu entfliehen. Nass geworden sind am Ende alle und können sich stolz Jünger Gutenbergs nennen.
Passend findet der Gautschakt hinter dem Gutenberg-Bau auf dem Parkplatz der HTWK, Gustav-Freytag-Straße 42, 04277 Leipzig, statt. Wer den Gautschakt selbst miterleben möchte ist herzlich willkommen


Text & Fotos: Felix Neugebauer, Prof. Dr. Michael Reiche und Prof. Dr. Gabriele Hooffacker
