Fakultät Informatik und Medien gibt Einblicke ins deutsche Bildungssystem – Medienpreis der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig verliehen
Wie funktioniert Journalismus in Deutschland, und wie steht es um die Freiheit der Medien in Europa? Diese Fragen standen am 8. Oktober 2026 im Mittelpunkt einer Informations- und Diskussionsveranstaltung an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK). Zu Gast waren rund zehn Journalisten aus mehreren arabischen Ländern, darunter Syrien, Ägypten und Katar.
Der Dekan der Fakultät Informatik und Medien, Prof. Mario Hlatwitschka, eröffnete das Treffen und begrüßte die Journalisten.
Pressefreiheit unterstützen
Das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF) setzt sich für Presse- und Medienfreiheit in Europa ein. Gürkan Özturan vom ECPMF stellte die Arbeit der Leipziger Organisation vor. Zu ihren Aufgaben gehören die Dokumentation von Übergriffen auf Medienschaffende, die Unterstützung gefährdeter Journalistinnen und Journalisten sowie die politische Interessenvertretung.
Özturan erläuterte unter anderem die Arbeit des Projekts Media Freedom Rapid Response, das Verstöße gegen die Pressefreiheit in EU-Mitgliedstaaten und Beitrittskandidaten dokumentiert und Betroffenen rechtliche, praktische und weitere Unterstützung vermittelt. Auch die Ergebnisse des europäischen Medienfreiheitsmonitorings und Untersuchungen zu Angriffen auf Journalisten in Deutschland waren Thema.
Ausbildung und Arbeitsbedingungen für Journalismus
Prof. Dr. Gabriele Hooffacker vom Europäischen Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung (EIJK) und der HTWK Leipzig gab Einblicke in das deutsche Bildungssystem und die verschiedenen Wege in den Journalismus. Sie stellte unter anderem die praxisorientierte Ausbildung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie journalistische und medienbezogene Studienangebote der HTWK Leipzig vor.
Das deutsche Mediensystem mit seinen öffentlich-rechtlichen und privatwirtschaftlichen Angeboten sowie zivilgesellschaftlichen Medien stieß auf großes Interesse. Die Journalisten wollten viel über die Arbeitsbedingungen deutscher Journalisten wissen. Dabei kamen auch Fragen zu Medienkonzentration und staatlichem Einfluss zur Sprache.
Die Präsentationen boten Anknüpfungspunkte für den Austausch über journalistische Ausbildung, Medienstrukturen und die Voraussetzungen freier Berichterstattung. Die Veranstaltung verband damit Einblicke in die deutsche Medienlandschaft mit der europäischen Perspektive auf den Schutz der Pressefreiheit.
„Pressefreiheit ist ein hohes Gut der Demokratie. Im Austausch mit den Gästen zeigte sich das gemeinsame Ziel, dieses Gut sowohl innerhalb Europas als auch in den arabischen Ländern zu erkämpfen und zu erhalten", so Gabriele Hooffacker.
Leipziger Medienpreis verliehen
Die Veranstaltung mit den Journalisten war vom Mediencampus der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig an die HTWK verlegt worden.
Bei der Medienstiftung selbst wurde am Abend der „Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien – Leipziger Medienpreis“ verliehen. Mit diesem Preis ehrt die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig Menschen, die sich mit Risikobereitschaft, hohem persönlichem Engagement, Beharrlichkeit und demokratischer Überzeugung für die Sicherung und Entwicklung der Pressefreiheit einsetzen, so die Stiftung.
In diesem Jahr wurde der Preis dem russischen Investigativ-Journalisten und Aktivisten Roman Dobrokhotov verliehen.
Er gründete das Medium "The Insider" mit und recherchierte unter anderem über den Abschuss des Malaysia-Airlines-Fluges MH17 und die Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny. Inzwischen arbeitet er aus dem Exil.


