Zum Tod von Professor Dr. phil. Gerhard Hacker

Mit großer Trauer und Betroffenheit nehmen wir Abschied von unserem hochgeschätzten Kollegen Prof. Dr. phil. Gerhard Hacker, der am 6. August 2026 plötzlich und unerwartet im Alter von 63 Jahren verstorben ist. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, der wir viel Kraft und Zuversicht in diesen schweren Zeiten des Abschieds wünschen.
Gerhard Hacker wurde im Jahr 2001 zum Professor für „Bibliotheks- und Informationswissenschaft“ an die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig berufen. Begonnen hatte sein akademischer Werdegang mit einem Studium der Slavistik, Hispanistik und Bibliothekswissenschaft an der Universität zu Köln, wo er auch promovierte. Nach Stationen als Lehrbeauftragter an der Fachhochschule für Bibliotheks- und Dokumentationswesen in Köln und als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität zu Berlin (1995 bis 2000) war er von 2000 bis 2001 Leiter der Zweigbibliothek Fremdsprachliche Philologien der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin. Seiner wissenschaftlichen Beschäftigung mit der russischen Literatur blieb Gerhard Hacker auch über seinen beruflichen Werdegang hinaus und bis zuletzt verbunden. Als Übersetzer übertrug er unter anderem Werke des russischen Schriftstellers Lew Natanowitsch Lunz ins Deutsche und trug damit zu deren Vermittlung im deutschsprachigen Raum bei.
Nach der Übernahme der Professur an der HTWK beteiligte Gerhard Hacker sich aktiv an der inhaltlichen Weiterentwicklung des Studiengangs Bibliotheks- und Informationswissenschaft und trug maßgeblich zur Einführung des gleichnamigen Masterstudiengangs bei. Seine Schwerpunkte in der Lehre bildeten unter anderem die Lehrveranstaltungen „Typologie und Strukturen des deutschen Bibliotheks- und Informationswesens“, „Bestandsentwicklung und Erwerbungsmanagement“, „Aufgaben und Organisationsformen von Informationseinrichtungen“ und „Historische Bestände“. Unermüdlich setzte er sich durch die Übernahme verschiedener Ämter für die Hochschule ein. In den Jahren 2006 bis 2009, 2016 bis 2020 und seit 2023 war er Studiendekan des Studiengangs Bibliotheks- und Informationswissenschaft. Von 2009 bis 2011 war er Prodekan der damaligen Fakultät Medien. Von 2011 bis 2014 bekleidete er das Amt des Prorektors für Bildung an der HTWK Leipzig.
Gerhard Hacker wird uns als ein Kollege und Mensch in Erinnerung bleiben, der sich stets mit Sachlichkeit, Umsicht und großem kollegialem Engagement für die Belange des Studiengangs und der Hochschule eingesetzt hat. Er war ein Vierteljahrhundert hindurch eines der prägendsten Gesichter der Leipziger Bibliotheks- und Informationswissenschaft. Den Geist unseres Studiengangs hat er durch Vertrauen, Offenheit, Kollegialität und Menschlichkeit maßgeblich mitgeprägt. Gerhard Hacker hinterlässt in unserem Studiengang und bei den Menschen, die mit ihm zusammenarbeiten durften, eine große Lücke. Wir werden ihn sehr vermissen.
Kondolenzbuch
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