Gestern fand der erste Vernetzungsworkshop an der HTWK Leipzig zu Smart Models und Digital Twins statt
Mathematischen Modellen und digitalen Zwillingen begegnet man in Forschung und Praxis recht oft: Damit können beispielsweise physikalische, technische und wirtschaftliche Prozesse beschrieben, simuliert und vorhergesagt sowie deren Ergebnisse auf reale Objekte übertragen werden, um so unter anderem Prozesse zu optimieren. Das Forschungsfeld gewinnt vor dem Hintergrund künstlicher Intelligenz an Bedeutung, vor allem im Kontext von Industrie 4.0, Automatisierung und nachhaltiger Produktion. Doch wie lassen sich mathematische Modelle effizienter, vernetzter und anpassungsfähiger machen? Beim erster Vernetzungsworkshop am 29. und 30. September 2026 an der HTWK Leipzig trafen sich knapp 40 Forschende aus verschiedenen lokalen Wissenschaftseinrichtungen und diskutierten aktuelle Ansätze der Modellierung, Simulation und Modellreduktion.
„Ziel unseres Workshops war ein fachübergreifender Austausch zur Frage, wie Smart Models und Digitale Zwillinge künftig gemeinsam weiterentwickelt und eingesetzt werden können. Durch die Vernetzung der forschenden Institutionen können wir zudem die Leipziger Kompetenten bündeln und ergänzen sowie künftige Forschungskooperationen aufbauen“, sagt Jochen Merker, Professor für Analysis und Optimierung an der HTWK Leipzig.
Gemeinsam Fortschritte erreichen
Gemeinsam mit Mitgliedern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ Leipzig) und des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) richtete sein Team den Workshop aus. Gefördert wurde die Veranstaltung durch die „LSN NetzWerkstatt“, mit der das Leipzig Science Network neue Forschungskooperationen am Standort Leipzig fördern und neue Forschungsfelder erschließen will.
Mathematische Modelle spielen bei allen drei Einrichtungen in unterschiedlichen Fachgebieten eine große Rolle – in Mathematik, Umwelt- und Atmosphärenforschung, Numerischer Analyse, Maschinellem Lernen oder Research Software. Beim geplanten Workshop gab es deshalb tiefere Einblicke in spezielle Probleme aus der Forschung zu mathematischen Modellen. Von der HTWK Leipzig sprachen neben Prof. Jochen Merker Prof. Sara Grundel, Prof. Ingo Hartmann, Prof. Stephan Schönfelder, Prof. Patrick Kürschner, Florian Muschka und Akos Eröss.
Mehr Sichtbarkeit für Mathematik
Weitere externe Forschende ergänzten mit Impulsvorträgen die Leipziger Kompetenzen und regten gemeinsame Forschungsthemen an. Unter anderem referierten Benjamin Unger vom Karlsruhe Institute of Technology KIT über „Model order reduction” und Andrea Dernbecher von der Technischen Universtität Dortmund über „CFD Simulation of Biomass pyrolysis”.
Abgerundet wurden die Vorträge und Gespräche mit offenen Formaten, in denen mathematische Beratungen angeboten sowie Möglichkeiten zur Beteiligung an Lehre sowie Betreuung von Abschlussarbeiten erkundet werden konnten. „Durch den LSN-Workshop Smart Models hat sich die Möglichkeit ergeben, der Mathematik an der HTWK Leipzig und Ihrer Bedeutung für Anwendungen mehr Sichtbarkeit zu verleihen, was sich sicherlich positiv auf zukünftige Forschungskooperationen auswirkt“, fasst Prof. Jochen Merker zusammen.






