Die HTWK Leipzig zeigt beim 15. Ostdeutschen Energieforum am Campus Jahnallee der Universität Leipzig ausgewählte Projekte, die die Energiewende antreiben
Unter dem Leitthema „Sicherheit in unsicheren Zeiten“ beschäftigt sich das Ostdeutsche Energieforum am 30. September und 1. Oktober 2026 mit Versorgungssicherheit: Rund 500 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik werden am Campus Jahnallee der Universität Leipzig unter anderem über bezahlbare Energie, überlastete Systeme, den Boom großer Batteriespeicher, neue Rohstoffprojekte, die Finanzierung der Wärmewende und den steigenden Strombedarf von KI-Rechenzentren diskutieren. Veranstalter ist die Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlins. Mit dabei ist auch die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig): Forschende der Hochschule beteiligen sich am Fachprogramm und an der Begleitausstellung.
Streitgespräch, Workshop und Ausstellung mit HTWK-Beteiligung
Bereits am Mittwochnachmittag werden Jens Schneider, Professor für Vernetzte Energiesysteme an der HTWK Leipzig, und Antonio Hurtado, Professor für Wasserstoff- und Kernenergietechnik an der Technischen Universität Dresden, ein Streitgespräch führen und dabei das Leitthema wissenschaftlich einordnen (30.9., 14:00 – 14:30 Uhr, großer Hörsaal). Wenig später beginnt ein Workshop zum Planungs- und Ausführungsprozess von Geothermieanlagen, der im Rahmen des von der HTWK Leipzig geleiteten Verbundprojekts EASyQuart-Plus von der Universität Leipzig, der geoENERGIE Konzept GmbH und der BauGrund Süd mbH durchgeführt wird (30.9., 15:00 – 15:30 Uhr, Workshop-Raum). Dieser liefert sowohl Einblicke zur Oberflächennahen Geothermie in der Anwendung als auch zur Rolle der Oberflächennahen Geothermie in der kommunalen Wärmeplanung.
Mehr zum Projekt EASyQuart-Plus erfahren Interessierte im Ausstellungsbereich: Am Stand erklären Anke Bucher, Professorin für angewandte Mechanik, und Max Jäschke, wissenschaftlicher Mitarbeiter der HTWK Leipzig gemeinsam mit den Projektpartnern, wie Erdwärme-Anlagen effizienter und kostengünstiger geplant werden können. Außerdem zeigen sie eine 3D-Visualisierung inklusive Simulations- und Messdaten einer Erdwärmesondenanlage und wollen in Gesprächen Vorurteile und Unwissen gegenüber der Oberflächennahen Geothermie abbauen. Neu ist zudem eine Virtual-Reality-Tour mit VR-Brillen durch ein mit Geothermie versorgtes Gebäude.
Forschungsteams im Ausstellungsbereich
Das Team von Faouzi Derbel, Professor für Smart Diagnostik und Online Monitoring und Prorektor für Forschung und Nachhaltigkeit der HTWK Leipzig, präsentiert eine Messeinrichtung, die im Rahmen des Forschungsprojekts Zapdos entwickelt wurde. Das patentierte Diagnosesystem kann anhand des Leiterseildurchhangs einer Freileitung messen, wie viel Energie durch die Stromleitungen fließt und wie hoch die Auslastung tatsächlich sein kann, um dem wachsenden Energiebedarf gerecht zu werden. So kann das Netz optimaler genutzt werden, ohne es ausbauen zu müssen. „Derzeit konzentrieren wir uns bei unserer Forschung auch auf den Schutz kritischer Infrastruktur, denn bei Stromleitungen kommt es leider auch zu Flex- und Sabotagearbeiten, die die Energieversorgung stören können“, erklärt der wissenschaftliche Mitarbeiter Johannes Braun.

Einblicke in drei weitere Forschungsprojekte gewährt das Team um Mathias Rudolph, Professor für Industrielle Messtechnik: neben dem zur anwendungsorientierten Solarzellenvermessung auch zur Agri-Photovoltaik (Agri-PV) und zur organischen Photovoltaik (OPV). Agri-PV verbindet die Energieerzeugung mit der Landwirtschaft. OPV-Folien sind extrem leicht, flexibel und unzerbrechlich und bieten damit vielfältige Einsatzmöglichkeiten zur Erzeugung umweltfreundlicher elektrischer Energie.
Neu dabei sind die Forscher vom EMV-Zentrum der HTWK Leipzig: Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) wird bei zunehmender Digitalisierung und Vernetzung immer wichtiger, um Störungen von Kommunikations- und Energieversorgungsnetzen oder von Geräten und Anlagen zu vermeiden. Um eine Funkstörung zu demonstrieren, bringen sie unter anderem einen Spektrumanalyser und eine Antenne mit.
Das HTWK-Gründungsteam von Sektor Eins stellt eine neue Software für das Energiemanagement und die Sektorenkopplung vor. Für Mitarbeitende aus der Energie- und Gebäudetechnik haben sie einen einfacheren Ansatz für das Monitoring entwickelt, so dass leichter und schneller auf dynamische Situationen im Bereich Strom- und Wärmeverbrauch reagiert werden kann. Interessierte können sich vor Ort die Demo-Software ansehen und sich beraten lassen.
Medientechnik-Studierende produzierten Einspieler
Außerdem unterstützt das Veranstaltungsbüro der Fakultät Informatik und Medien wieder organisatorisch und gestalterisch: Medientechnik-Studierende produzierten Einspieler, die auf der Bühne gezeigt werden und die so die medialen Präsentationen im Hauptforum unterstreichen.
